Gegen die omnipräsente Enshittification der Medien (ND)
Oh mein Gott! Ich bin schlimmer als Elif Eralp! Ich hab einen Text fürs "Neue Deutschland" geschrieben. Über die Zukunft von Print + Feuilleton.
Guckt Euch mal dieses Layout an! Wie Scheiße sieht eigentlich Internet dagegen aus? Also raus an den "Kiosk", die Bourgeoisie brüskieren + "Neues Deutschland" kaufen! Wochenendausgabe! Rache von Print vorbereiten!
Leseprobe:
Die goldenen Paläste des Feuilletons
"In Zukunft werden nur solche Angebote eine Chance haben, die den erschöpften Internet-Nutzern das Gefühl kultivierter Geborgenheit vermitteln. Und wo wir unseren Blutdruck nun gerade so schön auf Arbeitstemperatur hochgepeitscht haben: Welcher Londoner Business Angel sagt eigentlich, dass nicht schon bald wieder eine Rückkehr des Print ansteht? Müssten echte Risikokapitalisten nicht eigentlich sofort in Print investieren? Wer verspürt nicht diese tiefe Erleichterung, wenn das Handy plötzlich für immer im Klo verschwindet?
Den düsteren Prognosen irgendwelcher renditefixierter Medienmanager kann man eine wesentlich optimistischere entgegensetzen: Die klassische Zeitung, das ordentlich gestaltete Magazin, das klug kuratierte Debattenblatt kommen wieder.
Sie werden raschelnde Firewall sein gegen einen Strudel von vulgärem KI- und Clickbait-Schrott. Es werden große Tage kommen für doppelseitige Rezensionen komplex komponierter Gedichtbände, scharfsinnige Analysen bahnbrechender Avantgarde-Kunst und literarische Reportagen aus den Kulissen verstörender Theater-Abenteuer.
Den Verlagsmanagern zwischen London und Istanbul kann man nur zurufen: Macht nur weiter so! Zerstört alles, was noch den leisesten Anschein hat, aus einem menschlichen Gehirn zu kommen! Auf den qualmenden Trümmern werden wir dann die goldenen Paläste des Hoch-Feuilletons errichten."
Für Menschen mit Papierallergie: vollständiger Text auch hier:
